Woher wissen wir, dass Menschen das Klima erwärmen?
Eine steigende Temperatur neben steigenden Emissionen wäre für sich allein kein Beweis. Entscheidend sind drei unterschiedliche Prüfungen: Woher stammt das zusätzliche CO₂? Verändert es den Energiefluss? Und passen die beobachteten Temperaturen zu einer Welt ohne menschliche Einflüsse?
Die Atmosphäre verrät, woher das CO₂ kommt
Fossile Brennstoffe tragen eine andere Mischung von Kohlenstoff-Isotopen als die heutige Atmosphäre. Beim Verbrennen wird außerdem Sauerstoff verbraucht. Diese Spuren werden unabhängig von Temperaturmessungen untersucht.
Kohlenstoff-Isotope
Fossiler Kohlenstoff enthält praktisch kein radioaktives ¹⁴C. Die gemessene Zusammensetzung des atmosphärischen CO₂ verschiebt sich in die erwartete Richtung. ¹³C allein wäre nicht eindeutig; mehrere Quellen und Senken müssen berücksichtigt werden.
Sauerstoff in der Luft
Die Menge an atmosphärischem O₂ sinkt relativ zu N₂. Das passt zur Verbrennung kohlenstoffhaltiger Stoffe. Zusammen mit den Isotopen und der Kohlenstoffbilanz grenzt es die Herkunft des zusätzlichen CO₂ ein.
Schlussfolgerung: Der Anstieg des atmosphärischen CO₂ ist überwiegend auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen. Aus einer einzelnen Isotopenmessung lässt sich kein exakter globaler Anteil ablesen.
Mehr Treibhausgase verändern den Strahlungsantrieb
NOAA berechnet aus gemessenen Konzentrationen langlebiger Treibhausgase deren Strahlungsantrieb gegenüber 1750. CO₂ liefert den größten Anteil. Der Antrieb ist eine Ursache im Energiehaushalt, keine gemessene Temperatur und nicht die gesamte Energiebilanz der Erde.
Die Werte sind aus atmosphärischen Messungen und Strahlungsformeln abgeleitet. Andere Einflüsse wie Aerosole und Änderungen der Sonneneinstrahlung sind hier nicht eingerechnet. Datenstand: 2024.
Welche Einflüsse erklären den Temperaturverlauf?
Der IPCC vergleicht Beobachtungen mit Klimamodellen, die unterschiedliche Ursachen enthalten. Das ist eine wissenschaftliche Bewertung vieler Modellläufe, kein einzelnes Experiment und keine direkt gemessene zweite Erde.
Das zeigen unabhängige Temperaturdatensätze.
Sonne, Vulkane und interne Schwankungen erklären einzelne Ausschläge, nicht den langfristigen Trend.
Erst mit Treibhausgasen und anderen menschlichen Einflüssen stimmen Simulationen und Beobachtungen im langfristigen Verlauf überein.
Herkunft, Wirkung und Temperaturverlauf passen zusammen
Keine dieser Spuren muss allein alles erklären. Zusammen stützen sie die IPCC-Bewertung, dass der menschliche Einfluss Atmosphäre, Ozean und Land erwärmt hat. Das sagt noch nicht, ob ein bestimmtes Hochwasser oder Feuer durch den Klimawandel verursacht wurde.
Was folgt daraus nicht?
Ein einzelnes Wetterereignis ist kein Beweis für den Klimawandel. Für eine Aussage über veränderte Risiken oder die Rolle des Klimawandels bei einem konkreten Ereignis braucht es eigene Attributionsstudien. Diesen Unterschied behandeln wir im nächsten Schritt.
Natürliche Faktoren erneut prüfen