Europe Hazard Map

Funktionsweise

Methodik & Transparenz

So wird aus einzelnen Signalen ein Gefahrenereignis

Die Europe Hazard Map führt Satellitendaten, amtliche Meldungen, Einsatzberichte, Pressequellen, Risikowetter und weitere Sensorsignale zusammen. Jede Aussage bleibt mit ihrer Originalquelle, ihrem Alter und ihrer Ortsgenauigkeit nachvollziehbar. Waldbrand, Hochwasser und Starkregen nutzen dasselbe Ereignis- und Evidenzmodell, aber getrennte Bewertungsregeln.

Erdbeben werden aus seismischen Katalogen übernommen und mit eigenen Bewertungs- und Lebenszyklusregeln verarbeitet.

Die Karte ist kein amtliches Warnsystem. Für Schutzmaßnahmen gelten ausschließlich die Hinweise der zuständigen Behörden.
Quellenstatuswird geladenLive-Abgleich
Vollständiger Abruf15 minNationale Quellen und Satelliten
OpenSky-Abruf4 minBei aktivierter Authentifizierung
BewertungsmodellNoisy-OrAlter und Ortsgenauigkeit gedämpft

Mehrere unabhängige Perspektiven

Der Takt bezeichnet unseren technischen Abruf. Ein Datenprodukt selbst kann seltener aktualisiert werden, etwa ein täglicher Waldbrandgefahrenindex.

QuelleWas sie liefertTakt bei unsRolle
NASA FIRMSVIIRS- und MODIS-Wärmepunkte, Konfidenz und Strahlungsleistung (FRP)15 minFrüherkennung
Amtliche Warnungen und EinsätzeNINA/MoWaS sowie nationale und regionale Feuerwehr- und Katastrophenschutzquellen15 minBestätigung
MeteoAlarmAmtliche CAP-Warnungen der europäischen Wetterdienste für Hochwasser, Starkregen und Gewitter, einschließlich Warnstufe, Gebiet und Ablaufzeit15 minAmtliche Warnung
Nationale Pegel- und HochwasserdiensteAktuelle Schwellen, Pegel und amtliche Hochwasserwarnungen aus 33 europäischen Ländern, darunter PEGELONLINE, Vigicrues/Hubeau, BAFU, IMGW, eHYD, ARSO, INHGA, APA, DPC, NVE, SMHI, OPW, NRW, SPW und die baltischen Wetterdienste. Normale Pegel und Niedrigwasserzustände erzeugen kein Ereignis. Direkte nationale Warnungen und daraus abgeleitete MeteoAlarm-Meldungen werden anhand ihrer Ursprungskennung nur einmal gewertet. Quellen mit Wiederverwendungsvorbehalt bleiben im Status und in der Detailansicht ausdrücklich gekennzeichnet.15 minMessungen je nach Land zwischen Minuten und täglichMessung / Warnung
EFAS / GloFASEuropäische und globale Hochwasserprognosen als zuschaltbare WMS-Kartenebenen; EFAS-Echtzeitdaten erfordern einen persönlichen ZugangKartenabruf bei BedarfKein automatischer Score-BeitragPrognosekontext
DWD WarnWetterAmtliche deutsche Starkregen-, Dauerregen- und Gewitterwarnungen nach Warngebiet, Warnstufe, Beginn und Ablauf15 minAmtliche Warnung
DWD Radar-NowcastDeutsches Niederschlagsradar mit Analyse und Vorhersage für die kommenden zwei StundenKartenabruf bei BedarfKein automatischer Score-BeitragNowcast-Kontext
EMSC / USGS / GDACSEuropäische Erdbeben ab der konfigurierten Mindestmagnitude mit Ursprungzeit, Epizentrum, Magnitude und Herdtiefe. EMSC ist Primärkatalog, USGS dient zum Katalogabgleich und GDACS ergänzt Wirkungshinweise.15 minSieben Tage Rückblick; auf der Live-Karte je nach Magnitude 6 bis 168 StundenSeismisches Ereignis
DWD und nationale RisikomodelleWaldbrandgefahr, FWI und regionale Risikostufen15 min AbrufProdukte meist täglichKontext
Presse und BlaulichtDirekte Feuerwehr- und Polizeimeldungen mit Ortsbestimmung, Deduplizierung und Originalverlinkung15 minZusatzbeleg
Google News RSSLandes- und sprachspezifische Nachrichtensuche. Google ist nur Aggregator; Treffer werden gefiltert, geortet und separat gekennzeichnet.15 minOptional, 48 Stunden RückblickEntdeckung
OpenSky NetworkEinsatzflugzeuge und Hubschrauber sowie erkannte Kreis- und Beobachtungsmuster4 minSeparater AbrufSchwacher Beleg
EFFIS / CopernicusEuropäischer Fire Weather Index, aktive Feuer und kartierte Brandflächen15 min AbrufFWI meist täglichKontext / Fläche
GDACSInternationale Waldbrand- und Hochwasser-Großereignisse als unabhängiger Gegencheck15 minGroßereignis
KI-PrüfungEreignisbezogene Google-News-RSS-Suche und strukturierte Prüfung bestätigter, wahrscheinlicher und verdächtiger Ereignisse15 minNach Aktivierung; Statusänderungen nie allein durch KIVerifikation

Zusätzlich sind länderspezifische Quellen für große Teile Europas eingebunden. Deaktivierte, zugangsbeschränkte oder nicht maschinenlesbare Quellen werden im Systemstatus ausdrücklich ausgewiesen.

Vom Rohsignal zur Ereignishistorie

Alle Quellen durchlaufen dieselben nachvollziehbaren Schritte. Rohdaten und berechnete Ergebnisse bleiben getrennt.

  1. 1
    Normalisieren

    Unterschiedliche Formate werden in ein gemeinsames Beobachtungsmodell mit Zeitpunkt, Koordinate, Kategorie und Herkunft übersetzt.

  2. 2
    Räumlich und zeitlich gruppieren

    Nahe Signale werden zu stabilen Ereignissen zusammengeführt. Mehrere Pixel desselben Satellitenüberflugs zählen als eine Evidenzgruppe.

  3. 3
    Quellen zuordnen

    Warnungen, Einsätze, Presseberichte, Flugmuster und Risikokontext werden anhand von Entfernung, Zeit und Ortsbezug verknüpft.

  4. 4
    Dubletten entfernen

    Gleiche Meldungen und wiederholte Veröffentlichungen derselben Quelle werden nicht mehrfach gewertet.

  5. 5
    Score berechnen

    Unabhängige Evidenz wird per Noisy-Or kombiniert und nach Alter sowie räumlicher Unsicherheit gedämpft.

  6. 6
    Status und Verlauf speichern

    Titel, Score, Lebenszyklus, Quellen und Statuswechsel werden dauerhaft für Karte, Detailansicht und Ereignisarchiv gehalten.

Wahrscheinlichkeit statt bloßer Punktzahl

Ein Signal erhält zunächst ein Basisgewicht. Alter und Ortsungenauigkeit reduzieren seinen Beitrag. Unabhängige Beiträge werden anschließend kombiniert.

Beitrag eines Signals w = Basis × Zeitfaktor × Ortsfaktor
Basis nach QuellentypZeit Halbwertszeit 6 hOrt Abschlag bei Ungenauigkeit
Fusion unabhängiger Signale P = 1 − ∏(1 − w)

Hohe Waldbrandgefahr kann das Feuerergebnis moderat verstärken. Hochwasser und Starkregen werden separat aus amtlicher Warnstufe, Pegelbeobachtung, Pegeltrend, Alter, Ortsgenauigkeit und GDACS-Ereignissen bewertet. Rasterprognosen wirken derzeit nicht auf den Score.

Erdbeben erhalten einen getrennten Relevanzwert aus Magnitude, Herdtiefe, Katalogabgleich, Wahrnehmungsmeldungen und GDACS-Wirkungshinweisen.

Beispielhafte Basisgewichte

Kartierte CEMS-Brandfläche
0,95
Amtliche Brandwarnung
0,90
Feuerwehr-Einsatzmeldung
0,85
GDACS-Waldbrand
0,75
Presse-/Blaulichtmeldung
0,60
Flugmuster
0,30
Satelliten-Hotspot
0,25–0,50
Erhöhter Pegel
0,52–0,82
Trendkorrektur Pegel
−0,08 / +0,08

Score und Status sind getrennt. Ein rein satellitenbasierter Cluster kann einen hohen Score erreichen, wird ohne bestätigende Quelle aber nie als „bestätigt“ bezeichnet.

Warnung, Pegel und bestätigtes Ereignis bleiben getrennt. MeteoAlarm beschreibt eine amtliche Gefahr, ein erhöhter Pegel eine lokale Messbeobachtung. Erst ein aktuelles GDACS-Hochwasser-Großereignis erhält automatisch den Status „Hochwasser bestätigt“.

Pegeltrends werden aus gespeicherten Messreihen berechnet. Änderungen über eine, drei, sechs und 24 Stunden werden lokal gespeichert. Ein deutlich steigender Pegel verstärkt den Beitrag; Messrauschen unter 3 cm beziehungsweise 30 mm wird als gleichbleibend behandelt.

Der Erdbebenwert ist keine Wahrscheinlichkeit. Ein Erdbeben ist bereits instrumentell erfasst. Der Wert priorisiert aktuelle Ereignisse nach Magnitude, Tiefe, Katalogabgleich und bekannten Wirkungshinweisen und sagt weder Nachbeben noch Schäden voraus.

Was die Farben auf der Karte bedeuten

Die Bezeichnung beschreibt die aktuelle Evidenzlage, nicht die Gefährlichkeit oder Größe des Ereignisses.

Thermische AnomalieSatellitensignal ohne ausreichende weitere Belege
VerdachtScore von 30 bis 69 Prozent ohne bestätigende Quelle
WahrscheinlichScore ab 70 Prozent, aber noch keine belastbare Bestätigung
BestätigtBestätigende amtliche, Einsatz-, CEMS- oder GDACS-Quelle liegt vor
Entwarnt / inaktivAmtliche Entwarnung, gemeldete Löschung oder abgelaufener Lebenszyklus
Fehlalarm wahrscheinlichWidersprechende belastbare Evidenz; automatisierte KI-Prüfung ist dafür vorbereitet
StarkregenwarnungAktuelle amtliche Warnung; die Abstufung folgt der CAP-Warnstufe
HochwasserwarnungAktuelle amtliche Warnung, noch kein bestätigtes Hochwasserereignis
Erhöhter PegelEin nationaler Pegeldienst meldet einen aktuellen Wert oberhalb des stationsbezogenen Vergleichsbereichs; dies bestätigt allein noch keine Überflutung
Kritisch steigender PegelEin Pegel mit hoher Risikostufe steigt über mehrere Messpunkte deutlich an; ohne amtliche Hochwasserwarnung bleibt dies ein Messsignal
Hochwasser bestätigtEin aktuelles GDACS-Hochwasser-Großereignis liegt vor
Geringes / leichtes ErdbebenMagnitude unter 4,5; kurze Sichtbarkeit von sechs beziehungsweise zwölf Stunden
Moderates ErdbebenMagnitude 4,5 bis unter 5,5; 24 Stunden auf der Live-Karte
Starkes / sehr starkes ErdbebenMagnitude ab 5,5; 72 beziehungsweise 168 Stunden auf der Live-Karte

Gezielte Prüfung von Bränden und Kandidaten

Die Prüfqueue und strukturierte Speicherung sind implementiert. Ollama bewertet vorhandene Quellen lokal; OpenAI kann optional zusätzliche Webquellen suchen. Automatische Läufe starten erst nach ausdrücklicher Aktivierung.

Implementiert
Kandidaten auswählen

Aktive bestätigte, wahrscheinliche und verdächtige europäische Feuerereignisse in die Prüfqueue übernehmen.

Quellen suchen

Mit Ortsnamen und lokalen Brandbegriffen aktuelle Google-News-RSS-Fundstellen suchen und vorhandene Behörden-, Presse-, Satelliten- und Risikosignale aufbereiten.

Quellen abgleichen

Zeit, Ort und Ereignisart vergleichen; Social Media nur als Hinweis behandeln.

Strukturiert speichern

Ergebnis, Konfidenz, Fundstellen und Originallinks als neue Evidenz ablegen.

KI-Prüfung öffnen

Was die Karte nicht behauptet

  • Satellitensensoren erkennen Wärme. Industrie, Fackeln und landwirtschaftliche Feuer können ähnlich aussehen.
  • Ein kreisendes Luftfahrzeug ist nur ein schwacher Hinweis und kann ein Feuer beobachten, bekämpfen oder einen anderen Einsatz fliegen.
  • Hohe Brandgefahr beschreibt günstige Bedingungen, bestätigt aber keinen konkreten Brand.
  • Eine amtliche Wetterwarnung beschreibt eine erwartete oder laufende Gefahr im Warngebiet, aber nicht automatisch einen eingetretenen Schaden an jeder Position.
  • Ein erhöhter Flusspegel kann lokal relevant sein, ist aber ohne weitere Quellen kein Nachweis einer Überflutung. Stationsreferenzen unterscheiden sich zwischen den nationalen Diensten.
  • Radar- und EFAS/GloFAS-Prognosen sind visuelle Orientierungsebenen. Sie werden noch nicht pixelgenau einem Ereignis zugeordnet und deshalb nicht automatisch gewertet.
  • Textmeldungen können nur auf Gemeinde- oder Kreisebene geortet sein. Diese Unsicherheit reduziert ihren Score-Beitrag.
  • Magnitude, Herdtiefe und Epizentrum können von den Katalogbetreibern nachträglich korrigiert werden. Zeitlich getrennte Nachbeben bleiben eigene Ereignisse; die Karte ist keine Erdbebenvorhersage.

Methodikstand: 25. August 2026 · Modelle noisy_or_v1, hydromet_warning_v1 und earthquake_relevance_v1